We Are Traffic

#urbancycling

“WE ARE TRAFFIC” ist eine fortlaufende Fotoserie, welche die Radfahrer Hamburgs porträtiert. Das Projekt “WE ARE TRAFFIC” wurde im Oktober 2012 von den Hamburger Fotografen Björn Lexius und Till Gläser ins Leben gerufen. „Seit Anfang Oktober 2012 fotografieren wir nun in Hamburg Radfahrer. Mittlerweile haben wir über 100 von ihnen vor unseren Kameras gehabt. Der NDR hat über uns berichtet, Blogs weltweit haben unser Projekt gefeatured, Ausstellungen stehen an und nun, finden wir, ist es an der Zeit etwas Handfestes aus den Fotos zu machen: einen Bildband.“

Timo/Benu

Bmx Bande nennt er sie, die Gang mit der alles vor 28 Jahren auf den Rädern anfing. Inzwischen fährt er seit einiger Zeit einen Carbonrahmen, den er geflickt hat und der quasi für ihn gemacht war und – nun ja – nur ihm passte. Timo ist über 2 Meter groß. Zuhause warten aber noch drei weitere bikes auf ihn. Warum Timos Wahl aufs Rad fällt, ist ein Mix aus allem. Kein Führerschein, der HVV zu teuer und aus purem Bock. Je nach Jahreszeit rollt er so zwischen 60 und 150 km die Woche weg. Die Strasse ist sein Radweg. Die anderen, sogenannten Radwege „töten“, sagt er. Auf der Strasse fand auch sein bisher heftigstes Erlebnis statt. „Das „Rotje Rond Rennen“ von Rotterdam nach Antwerpen und wieder zurück. Das ganze auf Bahnrädern mit einem Schnitt von 32kmh. Danach war ich drei Tage nicht mehr ansprechbar.“

Victor

Victor ist ein Retter. Hat er doch sein bike vor dem sicheren Tod bewahrt. „Es stand verlassen in der Garage meiner Mutter. Mit defekter Kettenschaltung, schimmelndem Sattel, platten Reifen und einem völlig unpassenden Trekking-Lenker. Auf meine Frage, was mit dem Rad geschehe, sagte sie: „Es gehörte deinem Vater und wird auf dem Sperrmüll landen.“ Es fiel mir quasi in die Hände wie ein streunender Strassenhund in Osteuropa. So entschied ich mich, es zu retten und auf meine Bedürfnisse umzubauen.“ Sein Hollandrad, quasi das Accessoires des Niederländers passte perfekt, konnte aber mit dem schnellen Peugeot nicht mehr mithalten. Holland in Not sozusagen. Auf dem Kiez zu Hause, ist das bike das Verkehrsmittel N°1 – schnell, günstig und führerscheinlos einsetzbar. Den HVV nutzt er nur bei Schlechtwetterfronten. Das leider nicht jeder so gern die Strasse mit ihm teilt, zeigte diese heftige Situation. „Ein Überholmanöver eines Taxifahrers auf der Holstenstraße, der mich von hinten schnitt, dann an der Ampel stehen blieb und mir drohte, er würde mich umfahren, wenn er mich nochmal auf der Straße fahren sähe (…)“

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